Schulverpflegung

Umsetzung der Schulverpflegung

Umsetzung der Schulverpflegung

Von der Planung der Verpflegung bis zur Präsentation der Speisen

Schulverpflegung

Umsetzung der Schulverpflegung

Umsetzung der Schulverpflegung

Von der Planung der Verpflegung bis zur Präsentation der Speisen

Menüplanung und Gestaltung des Speiseplans

Das Mittagessen soll den Empfehlungen und Leitlinien, wie der Österreichische Empfehlung für das Mittagessen in der Schule, entsprechen. Neben den Empfehlungen zu den Häufigkeiten der Lebensmittelgruppen sind auch Aspekte der Speisen- bzw. Menüplanung bedeutend.

ThemenbereichAnforderungen aus der Checkliste für die Schulverpflegung
Gestaltung des Speiseplans
  • Der Speiseplan ist altersgerecht und verständlich gestaltet (z. B. mit Bildern, durch eindeutige Benennung der Speisen).
Feedback der Schulgemeinschaft
  • Möglichkeiten für regelmäßiges Feedback bzw. Rückmeldesysteme sind gegeben.
  • Anregungen von Schülerinnen und Schülern, Eltern/Erziehungsberechtigten und Schulpersonal werden von den Anbieterinnen und Anbietern der Schulverpflegung soweit möglich berücksichtigt.
Teilnahmemöglichkeit am Mittagessen
  • Jede Schülerin/jeder Schüler kann, unabhängig vom jeweiligen sozioökonomischen und kulturellen Hintergrund, das Verpflegungsangebot nützen.
Abwechslung bei der Menüplanung
  • Bei der Menüplanung wird zumindest ein 4-Wochen-Rhythmus eingehalten.

Gestaltung des Speiseplans

Der Speiseplan ist ein wichtiges Aushängeschild des Verpflegungsbetriebs und sollte daher altersgerecht, attraktiv und verständlich gestaltet werden. So kann eine Benennung der Speisen mit den „Augen“ von Kindern und Jugendlichen vorteilhaft sein. Auch auf die jeweilige Schule kann Bezug genommen werden. Wichtig ist hierbei, dass auf eine eindeutige und aussagekräftige Bezeichnung der Speisen geachtet wird.

Beispiele:

  • Bilder

  • Farben

  • Fantasievolle Bezeichnungen der Speisen – Achtung: auf eine eindeutige Bezeichnung achten!

Feedback der Schulgemeinschaft einholen

Kinder und Jugendliche können in die Schulverpflegung miteingebunden werden: Anregungen und Wünsche von Schüler:innen können eingeholt und soweit möglich berücksichtigt werden. Dies erhöht die Akzeptanz gegenüber den Speisen.

Möglichkeiten um Feedback einzuholen:

  • Briefkasten für laufende Rückmeldungen

  • Befragungen anhand standardisierter Fragebögen

  • Diskussionsrunden

  • Im Rahmen des Schulgemeinschaftsausschusses

  • Abstimmungsmethoden, wie Ampelsystem oder Murmeln

Teilnahmemöglichkeit am Mittagessen

Jede:r kann am Mittagessen teilnehmen! Dies fördert die Integration der Kinder und Jugendlichen in die Schulgemeinschaft und trägt zu einer kontinuierlichen Versorgung mit den nötigen Nährstoffen bei. Jede Schülerin und jeder Schüler soll unabhängig vom sozioökonomischen oder kulturellen Hintergrund an der Mittagsverpflegung teilnehmen können.

Abwechslung bei der Menüplanung

Um für Abwechslung zu sorgen, soll die Speisenplanung zumindest auf einen vierwöchigen Menüzyklus ausgerichtet sein. Das bedeutet, dass in diesen vier Wochen keine Speise wiederholt angeboten wird.

Zeitliche Planung des Mittagessens bzw. der Pausen

In einer ruhigen und entspannten Atmosphäre isst es sich besser – daher soll genügend Zeit für das Mittagessen eingeplant werden.

ThemenbereichAnforderungen aus der Checkliste für die Schulverpflegung
Dauer und Zeitpunkt des Mittagessens
  • Die Essenszeiten werden bei der Stundenplangestaltung berücksichtigt (ggf. stufenweise/versetzte Pausenzeiten).
  • Ausreichend Zeit für das Mittagessen (mindestens 20 Minuten Zeit um am Tisch zu sitzen und zu essen) ist eingeplant. Die Zeit für Hände waschen, Anstehen, Abräumen etc. wird zusätzlich eingeplant.
Pausenzeiten
  • Ausreichend Zeit für die Pausenverpflegung ist vorhanden.
Zeit für Bewegung
  • Bewegungspausen werden vor oder nach dem Mittagessen umgesetzt, um Ablenkungen während des Mittagessens zu vermeiden.

Dauer und Zeitpunkt des Mittagessens

Die Mittagspause soll zeitlich sinnvoll in den schulischen Tagesablauf integriert werden. Falls der Speiseraum nicht ausreichend Platz dafür bietet, dass alle gleichzeitig essen, können versetzte, stufenweise Pausenzeiten angeboten werden.

Zudem soll genügend Zeit für das Mittagessen eingeplant werden: mindestens 20 Minuten Zeit um am Tisch zu sitzen und zu essen. Damit stressfrei gegessen werden kann, soll zusätzlich Zeit für den Gang zum Speiseraum, Hände waschen, das Holen des Essens, Sitzplatzsuche und Abräumen (z. B. Zurückbringen der Tabletts) eingeplant werden. Es ist daher empfehlenswert, zumindest 45 Minuten für die Mittagspause vorzusehen. Ein Zeitfenster von 11:00 bis 13:00 Uhr kann als Richtwert für die Mittagspause dienen.

Ausreichend Zeit für die Pausenverpflegung

Grundsätzlich soll für Schüler:innen während jeder Schulpause die Möglichkeit bestehen, stressfrei zu essen. Neben dem Gang zum Schulbuffet (wenn vorhanden) und dem Verspeisen der (mitgebrachten) Jause sollte noch Zeit bleiben für Bewegung, das Aufsuchen der Toilette oder das Vorbereiten auf die nächste Schulstunde.

Zeit für Bewegung

Körperliche Aktivität hat einen günstigen Einfluss auf das Lernen von Kindern und Jugendlichen. Zudem bietet die soziale Interaktion beim gemeinsamen Bewegen die Möglichkeit, die Kooperations- und Teamfähigkeit zu stärken. Bewegungspausen sollen zeitlich vom Mittagessen getrennt sein, um Ablenkungen während des Essens zu vermeiden.

Bewegungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche:

  • mindestens 60 Minuten täglich bei mittlerer oder höherer Anstrengung

  • mindestens 3 mal pro Woche muskelkräftigende und knochenstärkende Bewegung

  • verschiedene Arten von Bewegung machen

  • nicht zu lange sitzen und sich zwischendurch immer wieder bewegen

Präsentation der Speisen und Werbung

Damit das Mittagessen von den Schüler:innen gegessen wird, ist auch dessen Bewerbung und die Art der Präsentation bei der Ausgabe von Bedeutung.

ThemenbereichAnforderungen aus der Checkliste für die Schulverpflegung
Präsentation gesundheitsfördernder Speisen
  • Gesundheitsförderliche Optionen werden bei der Speisenausgabe gut sichtbar und bevorzugt positioniert.
  • Das Küchen-/Ausgabepersonal motiviert die Gäste dazu, gesundheitsförderliche Lebensmittel zu wählen (z. B. Salate, Gemüse).
  • Die Schülerinnen und Schüler werden zum Kosten der Speisen ermuntert, aber nicht gezwungen.
Zielgruppe ansprechen
  • Auf gesundheitsförderliche Optionen wird aufmerksam gemacht (z. B. beim Speiseplan, durch das Personal).
Appetitanregende Präsentation
  • Die Speisen sind appetitlich angerichtet und werden ansprechend präsentiert.
Einführung neuer Speisen
  • Neue Speisen werden als Kostprobe angeboten bevor sie zum ersten Mal als Menü angeboten werden und dazu Rückmeldung seitens der Schülerinnen und Schüler eingeholt.
Portionsgrößen
  • Den Schülerinnen und Schülern wird die selbstbestimmte Wahl der Essensmenge ermöglicht (z. B. werden alle Speisen auch als kleine Portion angeboten bzw. gibt es die Möglichkeit nachzunehmen).
Werbung
  • Fett-, salz- und zuckerreiche Speisen bzw. Lebensmittel (z. B. Frittiertes wie Pommes Frites, Paniertes, fette Mehlspeisen) und zuckerreiche Getränke werden nicht beworben und bei der Speisenausgabe nicht bevorzugt positioniert.
  • Es gibt keine schulfremde Werbung für Lebensmittel und Getränke an der Schule.

Präsentation gesundheitsfördernder Speisen bei der Speisenausgabe

Gesundheitsfördernde Speisen und Lebensmittel sollen gut sichtbar und bevorzugt positioniert werden, etwa am Beginn der Speisenausgabe bzw. der einzelnen Verpflegungsabschnitte (bei Vorspeise, Hauptspeise etc.). Ein freundliches und höfliches Ausgabepersonal kann die Speisenwahl der Mittagsgäste auch positiv beeinflussen. Schüler:innen können so zum Kosten neuer oder unbekannter Speisen ermuntert werden.

Möglichkeiten für die Präsentation:

  • Salate und Gemüse am Anfang oder in unmittelbarer Nähe einer Speisenausgabestelle

  • Obst am Ende bzw. nahe der Kassa/Bezahlmöglichkeit

  • Optische Hervorhebung von Salattheken und Ausgabestellen für Obst und Gemüsegerichte

Zielgruppe ansprechen und auf die gesunde Wahl aufmerksam machen

Wichtig ist, dass bei der Bewerbung und Präsentation gesundheitsförderlicher Speisen und Lebensmittel stets die Aspekte Genuss und Geschmack im Vordergrund stehen, und weniger die Begriffe „gesund“ und „Ernährung“. Auch Schülerinnen und Schüler können bei der Bewerbung gesundheitsförderlicher Speisen eingebunden werden, z. B. durch die Erarbeitung von Materialien im Rahmen eines Unterrichtsprojektes oder eines schulweiten Wettbewerbs.

Möglichkeiten zur Präsentation der gesunden Wahl:

  • gesündere Alternativen am Speiseplan zuoberst anführen

  • gesündere Alternativen optisch hervorheben (z. B. farblich oder durch eine spezielle Kennzeichnung)

  • Menütafeln am Eingang des Speiseraums

  • attraktiv präsentierte Muster- bzw. Schauteller

Appetitanregende Präsentation der Speisen

Eine appetitanregende Garnierung und geschmackvolles bzw. liebevolles Anrichten erhöhen die Akzeptanz der Speisen. Beim Anrichten der Speisen auf den Tellern sollte auch auf farbliche Vielfalt gesetzt werden.

Einführung neuer Speisen

Eine Mittagsverpflegung lebt von der Abwechslung der Speisen. Das Anbieten von Kostproben ist eine gute Möglichkeit neue bzw. unbekannte Speisen in den Speiseplan einzuführen. Zudem kann im Zuge von Verkostungen unmittelbar abgefragt werden, wie den Schülerinnen und Schülern, aber auch dem Schulpersonal, die Kostproben schmecken. Auch Aktionswochen bieten eine gute Möglichkeit zur Einführung neuer Speisen.

Selbstbestimmte Wahl der Portionsgrößen

Schülerinnen und Schüler sollen die Portionsgrößen beim Mittagessen selbst wählen können. Ein späteres Nachnehmen soll möglich sein. Ebenso soll es die Möglichkeit geben, nur einzelne Komponenten eines Menüs zu wählen (z. B. nur Nudeln oder Gemüse ohne Fleisch).

Werbung

In der Schule soll es keine Werbung geben, die zu „ungesundem“ Essverhalten ermuntert. Für fett-, salz- und zuckerreiche Speisen bzw. Lebensmittel und zuckerreiche Getränke soll kein zusätzlicher (Kauf-)Anreiz durch Werbung oder die Art der Präsentation geschaffen werden.