Kindergarten

Österreichische Empfehlung für das Mittagessen im Kindergarten

Österreichische Empfehlung für das Mittagessen im Kindergarten

Ausgewogen, altersgerecht und schmackhaft

Kindergarten

Österreichische Empfehlung für das Mittagessen im Kindergarten

Österreichische Empfehlung für das Mittagessen im Kindergarten

Ausgewogen, altersgerecht und schmackhaft

Um im Kindergarten spielen, beim Geschichtenerzählen aufpassen und im Bewegungsraum herumtoben zu können, benötigen Kinder eine ausgewogene und nährstoffreiche Verpflegung. Diese versorgt sie ausreichend mit Energie und Nährstoffen.

Das Mittagessen im Kindergarten nimmt immer mehr eine zentrale Rolle ein. Damit es auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt ist, wurde die Österreichische Empfehlung für das Mittagessen im Kindergarten erarbeitet. Die Empfehlung enthält Lebensmittelgruppen und deren Häufigkeiten, und kann als Leitfaden zur Erstellung von Speiseplänen, die Bestellung von Mahlzeiten oder für die Ausschreibung von Verpflegungsleistungen verwendet werden.

Speiseplan: was kann angeboten werden?

Der Speiseplan kann grundsätzlich jede Lebensmittelgruppe enthalten. Einige sollen (fast) täglich angeboten werden (wie Gemüse; Getreide, -produkte, Kartoffeln), andere wiederum selten (wie Paniertes und Frittiertes).

Die anschließende Übersicht zeigt, wie häufig folgende Lebensmittelgruppen beim Mittagessen angeboten werden sollen. Die Empfehlung bezieht sich auf 20 Verpflegungstage, das bedeutet, wie oft diese Lebensmittelgruppen in diesem Zeitraum angeboten werden sollen.

Kind trinkt ein Glas Wasser

Getränke

Jederzeit

Abbildung von Gemüse

Gemüse und/oder Salate

mindestens 20 mal

  • davon mindestens 8 mal Rohkost bzw. Salat
Abbildung von Getreide

Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln

mindestens 18 mal

  • davon mindestens 4 mal mit mindestens 25 % Vollkornanteil
  • selten (maximal 4 mal) Halbfertig- und Fertigprodukte aus Kartoffeln

Obst

mindestens 8 mal

  • davon mindestens 4 mal frisches Obst im Ganzen oder mundgerecht geschnitten
Ein Glas Milch wird eingeschenkt

Milch & Milchprodukte

mindestens 8 mal

Abbildung von Bohnen

Hülsenfrüchte

mindestens 4 mal

Fleisch & Fleischprodukte

maximal 10 mal

  • inklusive Suppeneinlagen mit Fleischkomponente
  • davon mindestens ein Drittel Gerichte mit einem ganzen Stück/einer ganzen Schnitte Fleisch
  • maximal ein Drittel Fleischerzeugnisse
Abbildung von Fischen auf Eis

Fisch

mindestens 2 mal

Ansicht einer Schüssel mit Nüssen

Nüsse, Samen und Kerne

mindestens 4 mal

Süße Hauptgerichte

maximal 4 mal

  • maximal 1 mal pro Woche
Abbildung Panierter Fisch

Paniertes & Frittiertes

maximal 2 mal

Lebensmittelgruppe Häufigkeit
Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln
  • mindestens 18 mal
  • davon mindestens 4 mal mit mindestens 25 % Vollkornanteil
  • selten (maximal 4 mal) Halbfertig- und Fertigprodukte aus Kartoffeln
Gemüse und/oder Salate
  • mindestens 20 mal
  • davon mindestens 8 mal Rohkost bzw. Salat
Hülsenfrüchte
  • mindestens 4 mal
Obst
  • mindestens 4 mal
Süße Hauptgerichte
  • maximal 4 mal (maximal 1 mal pro Woche)
Milch und Milchprodukte
  • mindestens 8 mal
Fleisch und Fleischprodukte
  • maximal 10 mal
  • davon mindestens ein Drittel Gerichte mit einem ganzen Stück/einer ganzen Schnitte Fleisch
Fisch
  • mindestens 2 mal
Fette und Öle
  • bevorzugt pflanzliche Öle
Paniertes und Frittiertes
  • maximal 2 mal
Nüsse, Samen und Kerne
  • mindestens 4 mal
Getränke
  • Leitungswasser und/oder Mineralwasser sind jederzeit verfügbar

Getränke: jederzeit

Trinken ist wichtig! Leitungswasser und/oder Mineralwasser sollten jederzeit verfügbar sein. Verzichten Sie auf koffeinhaltige Tees (Grün- und Schwarztee).

Gemüse und/oder Salate: täglich am Teller!

Gemüse und/oder Salate sollten immer Bestandteil des Mittagessens sein. Auf eine nährstoffschonende und fettarme Zubereitung, wie Dampfgaren und Dünsten, achten. Tiefkühlgemüse muss vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden.

Beispiele: 

  • gefülltes Gemüse

  • Sugo

  • Gemüselasagne

  • Gemüselaibchen

  • Aufläufe

  • Eintöpfe

  • Wokgemüse

  • Beilagengemüse

  • Gemüsesuppe stückig oder püriert, wie Karotten-Kokos-Suppe

  • Gemüsesaucen zu Nudeln, Reis, …

  • Rohkost als Beilage oder zum Knabbern

  • Salate aus verschiedenen Gemüsesorten (Gurken, Tomaten, Kraut, Karotten, Fisolen, gemischt …)

Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln: Vielfalt bringts!

Getreide, Getreideprodukte oder Kartoffeln sollten bei fast jedem Mittagessen am Teller sein. Vollkornprodukte, wie Vollkornteigwaren, Naturreis, Vollkornbrot/-gebäck, sollten bevorzugt werden. Alternative Getreidesorten, wie Buchweizen, Bulgur, Parboiled Reis, und verschiedene Zubereitungsarten, wie in Form von Polenta und Risotto, erweitern den Speiseplan. Auf eine fettarme Zubereitung achten.

Halbfertig- und Fertigprodukte aus Kartoffeln, wie Pommes Frites, Wedges oder Kartoffelpüree, sollten selten am Speiseplan stehen. Kartoffeln bevorzugt frisch zubereiten.

Beispiele: 

Obst: auch beim Mittagessen ein Hit!

Wird Obst als Kompott oder Fruchtmus gegessen, auf eine zuckerarme Zubereitung achten. Tiefkühlbeeren müssen vor dem Verzehr intensiv und vollständig durcherhitzt werden.

Beispiele: 

Milch und Milchprodukte: Calcium bringts!

Milch und Milchprodukte, wie Topfen, Joghurt, Buttermilch, lassen sich in Aufläufen, Suppen oder Saucen gut verarbeiten. Auch süße Hauptgerichte und Nachspeisen sollten häufig diese Lebensmittelgruppe enthalten. Auf eine zuckerarme Zubereitung achten.

Sehr fettreiche Produkte (wie Schlagobers, Mascarpone, Creme fraiche) durch weniger fettreiche, wie Joghurt und Milch, ersetzen.

Beispiele: 

  • Topfenlaibchen

  • Aufläufe

  • Suppen

  • Saucen

  • Dips und Desserts (siehe Nachspeisen) auf Basis von Milchprodukten

Hülsenfrüchte: Erbsen, Bohnen, Linsen

Hülsenfrüchte eignen sich sehr gut für vegetarische Gerichte. Sie sind zudem eine gute Alternative, um Suppen und Saucen zu binden: Anstatt Mehl können pürierte Linsen verwendet werden.

Beispiele: 

Fleisch und Fleischprodukte: Qualität statt Quantität

Fleisch sollte aus Nachhaltigkeits- und Gesundheitsaspekten nicht täglich am Speiseplan stehen. Gerichte mit geringem Anteil an Fleisch/Fleischprodukten bevorzugen. Auf fettarme Zubereitungsarten, wie Schmoren, Kochen, Braten, Dünsten, Grillen, achten.

Beispiele: 

  • Krautfleisch

  • Schinkenfleckerl

  • Reisfleisch

  • Eintöpfe (Ragout, Chili con Carne, Curry)

Fisch: Her mit Omega 3-Fettsäuren!

Fettreicher Seefisch, wie Makrele, Lachs und Hering, oder heimischer Kaltwasserfisch, wie Saibling, Forelle, bevorzugt anbieten. Rapsöl und Leinöl tragen neben Fisch ebenso zur Versorgung mit Omega 3-Fettsäuren bei. Wählen Sie Fisch aus nachhaltiger Fischerei bzw. nachhaltig betriebenen Aquakulturen. Auf fettarme Zubereitungsarten (Braten, Dünsten, Dampfgaren, Grillen) achten.

Beispiele: 

  • Fischfilet

  • Fischpfanne

  • Fischlaibchen

  • Fischbällchen

  • Heringssalat

Nüsse, Samen und Kerne: ungesalzen und ungezuckert

Nüsse, Samen und Kerne, wie Leinsamen, Walnüsse, Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne, sind u. a. eine geschmackvolle Ergänzung zu Salaten, in Brot und Backwaren, in Desserts und Süßspeisen.

Süße Hauptgerichte: selten, dafür mit Genuss

Süße Hauptgerichte sollten nur selten am Speiseplan stehen und immer Milch- und/oder Milchprodukten und/oder Obst und/oder Gemüse enthalten. Auf eine zuckerarme Zubereitung und auf die Verwendung von Vollkornprodukten achten.

Beispiele: 

  • Obstknödel

  • Kaiserschmarrn mit Obströster

  • Milchreis

  • Grießschmarrn

  • Topfen-Hirse Auflauf

Nachspeisen: zuckerarm und fettarm!

Nachspeisen sollten bevorzugt auf Basis von Milch bzw. Milchprodukten sein und Obst oder Gemüse enthalten. Auf eine zuckerarme Zubereitung und zuckerarme Produkte achten. Fettarme Teige (Germteig, Strudelteig, Biskuitteig) bevorzugen.

Beispiele: 

Fette und Öle: pflanzliche Öle bevorzugen

Rapsöl sollte als Standardöl in der Küche verwendet werden. Streich-, Back- und Bratfette wie Butter, Margarine oder Schmalz sparsam verwenden.

Für die Zubereitung bevorzugt fettarme Zubereitungsmethoden (z. B. Dünsten, Braten im Rohr, Grillen) anstatt fettreicher (z. B. Frittieren oder Panieren) anwenden. Für die kalte Küche eignen sich z. B. Kürbiskern- und Leinöl.

Beispiele: Pflanzliche Öle abwechselnd verwenden, wie

  • Rapsöl

  • Leinöl

  • Sonnenblumenöl

  • Olivenöl

  • Kürbiskernöl

Paniertes und Frittiertes: selten!

Paniertes und Frittiertes, wie Pommes Frites, Wiener Schnitzel, Fischstäbchen, sollten selten am Speiseplan stehen.

Zucker-, fett- und salzarme Zubereitung

Zu viel Zucker, Fett und Salz kann der Gesundheit schaden. Achten Sie deshalb auf eine möglichst zucker-, fett- und salzarme Zubereitung im Kindergarten.

Vegetarische Ernährung

Wissenswertes zur vegetarischen Ernährung von Kindern finden sie hier.